Vita

Das Wort ,,naiv" stammt aus dem Französischen, und die Franzosen haben es sich aus dem lateinischen ,,nativus" zurechtgebogen, was soviel heißt wie ,,angeboren", ,,natürlich': In diesem Wortsinn hat das Angeborene, Natürliche des Naiven Malers Manfred Horn etwas mit einer unverbildeten Begabung zu tun. Unverbildet was Konzept, Technik und Komposition anbelangt. Begabung im schönsten Sinne von Kreativität - frei, urtümlich, unbefangen, unbekümmert.


Das grenzt ab. Gegen die Sonntagsmalerei der Freizeitkünstler ebenso wie gegen den akademischen Kunstbetrieb. Manfred Horn muß neben diesen Gleisen eingeordnet werden. Seine Begabung hat ihn frei gemacht, die Nachfrage hat ihn bestätigt, das rechte Maß ziel- strebiger Geschäftigkeit und treffsicheren Spürsinns hat ihmfrfolg gebracht. Er ist heute einer der wenigen europäischen Naiven, deren Kunst so sehr gefragt ist, daß sie von ihr leben können.


Horns Herkunft abseits jeder künstlerischen Ausbildung zieht Parallelen zu den Vorvätern Naiver Künste. Henri Rousseau war Zöllner, Jan Arndt Bäckermeisteq Sal Meyer Diamantenarbeiter, Miguel Bagur Gendarm. Sie alle waren und sind Autodidakten mit der reinen Freude am bildnerischen Gestalten. Der einstige Taxenunternehmer, Kameramann und Filmemacher Manfred Horn reiht sich scheinbar mühelos in die Galerie Naiver Klassiker ein.


Bei allen war am Anfang allein das zweckfreie Kreatürliche und keineswegs die gewerbliche Absicht. Bei allen blieb, als der Kommerz nach ihnen griff, dieses ,,Naive", das in der Bildenden Kunst kein abwertendes Attribut sondern als Eigenwort längst Kennzeichnung einer anerkannten Stilrichtung ist.

 

 

 

 

Manfred Horn